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Christina Schmid
Anfänge und Enden

Sesame Street

Intensive Tage mit der Sesam­straße. Ich soll mir überlegen, was in der Spiel­zeugwelt Amerikas fehlen könnte und werde zum Fotografieren in den Toys“R”Us am Times Square und in Spielzeug- und Kinderbuch-Abteilungen verschiedener Großketten geschickt. Die Verkäuferinnen dort tun mir leid: Von morgens bis abends dudelt hier Kinder­musik aus allen Ecken. Unglaublich, wieviele Sesam­straßen­regale es hier bereits gibt, nun also noch mehr. Innerhalb von zwei Tagen stampfen wir zehn neue Produkt­ideen aus dem Boden – und sei es nur eine neue Verpackung für Straßenmal­kreide mit Elmo drauf.

Für die Eröffnungs­party der neuen Ausstellung im museum­ofsex ›sexin­design – design­insex‹ am Donnerstag darf ich mal kurz Pause machen. Es gibt dort wirklich ein paar fast nackte, mit Tape beklebte Leute und unter den Gästen inter­essant aufge­brezelte New Yorker. Nach einem Glas sparkling wine und einem Rundgang durch die Sexwelt muss ich zurück zur Arbeit und in Photoshop die neuen Produkte in den Läden platzieren. Um eins habe ich dann Feier­abend. Im Office ist noch einiges los, die anderen Teams arbeiten fast täglich so lang – was ist denn das bitte für ein Leben?

Endlich zu Hause wird das mit dem wohlver­dienten Schlaf leider nichts. Auch meine Mitbe­wohner waren bei der Eröffnung im museum­ofsex (dank mir standen sie auf der Gäste­liste) und Pete hat den perfekten Ort genutzt, um eine Frau mit nach Hause zu nehmen. Das geht dann so die ganze Nacht, auf Spanisch.

Um Punkt 9 Uhr geht es für mich weiter mit der Sesam­straße. Seit dem Anschiss nach der ersten Woche habe ich gelernt pünktlich zu kommen.

»Keep going, it’s bigger than we are.«