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Christina Schmid
Anfänge und Enden

Eiswasser

Im Traum packe ich einen weißen Trans­porter voll mit meinen Sachen, die sich in den letzten Wochen angehäuft haben. Als ich fertig bin, stelle ich ihn in die Garage. Wir fahren erst nach dem Abschlussfest am Samstag los. Aus den Augen­winkeln sehe ich, wie sich jemand daran zu schaffen macht, das Gefährt rollt langsam los, ich springe auf und versuche, die Fahrerin aufzu­halten. Hinten drin sitzt eine Gruppe junger Frauen – Sozial­arbeiterinnen, wird mir gesagt, als würde dies das »Ausleihen« meines Mietwagens entschuldigen. Ich erzähle von meinem ehren­amt­lichen Engagement der letzten Wochen, alle sind unbeein­druckt. Beim Besuch der Lebens­hilfe werde ich still und bewundere, wie aufopferungsvoll die Frauen hier täglich für die Menschen da sind. Sie lachen und trinken Schnaps. Die Fahrerin erzählt mir von ihrem familiären Schicksal: Als die Tochter verkündete, sie wolle weg und Kunst studieren, habe sich der Vater ins Eiswasser gelegt. Er hätte gerettet werden können, doch er sagte nur danke und tauchte ab.