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Christina Schmid
Anfänge und Enden

Mittelstreifen

Im Traum sammelst du ein Salat­blatt pro Mahlzeit ohne mich. Soll ich später einzeln abzeichnen, wenn sie vergammelt sind. Wir brauchen was Gemeinsames, doch ich bin in Berlin. Sarah hat eine Dose mit Kuchen dabei, mein Stück fällt auf die Straße, ich hebe es auf, puste es ab und beiße hinein, Sand zwischen Zähnen macht mir nichts, ich habe ein Kind. Eine Frau beobachtet mich amüsiert. Bunte Menschen wabern nach Mitte, die Straße, auf der wir gehen, wird zum Tunnel, am Mittel­streifen wird kampiert, auf Matten gelegen und onaniert. Wir finden ein Etablissement in einem Bunker, da stehen Schraub­gläser voller brauner Pillen und Pilze, die mich inter­essieren. Auf dem Bett ganz in weiß liegt ein Zettel, Sechs­hundert Euro kostet der Trip. Wollen wir das? Im Boden steckt eine Sortier­maschine für Broschüren, Dokumente und Instrumente, die ich versehentlich schließe, sie bäumt sich auf und versinkt hinter einer Klappe. Die Betreuerin lallt, setzt immer wieder neu an mit ihren verhakten Sätzen. Hängen­bleiben geht nicht, ich habe ein Kind.