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Christina Schmid
Anfänge und Enden

Verflüssigen

Das Kind saugt an mir am Rande dieser Party der Bücher dann geht es spielen und da steht er du bist doch, ja sagt er und ich lese in ihm offen fürs Wasser steht da und beim Streicheln verschwimmen die Seiten auf seinen glatten Rücken gedruckt oder tätowiert so scharf die Buchstaben verschwommen die Seiten durch­sichtig überein­ander schwimmend ich lese und streichle und er streichelt mich mit seinem Blick liest in mir das Kind schaut rein alles gut wir lesen nur inein­ander fließen umein­ander du bist also, ja sagt er und küsst meine Schultern und Arme er ist überall als wäre er Wasser wie schön leuchtet dieses Lesen und Baden in ihm ich will mitschreiben und halte fest was sich nicht festhalten lässt es fließt wir schweben im flüssigen Text der durch­sichtig wird die Buchseiten auf seinem Rücken so schön so liegen wir da wissend dass ja und schon treiben wir ausein­ander ganz langsam bleib doch noch, ja aber nur als Buch das ich hier schreibe so liege ich im Wasser das mich umschmeichelt und wärmt wie die Decke an diesem Sommer­morgen der mir Seiten schenkt flüssige Seiten die durch­sichtig werden im Wasser flüssiges Buch die Buchstaben und Seiten verflüssigen geht das?