Neulich im Traum: Auf einem Zettel ein Satz, der mir sagt, wie mein Buch beginnt, er handelt von uns, von unserem Ende, vom Anfang unseres Endes. Du musst dieses Buch nicht schreiben, sagt mir ein großer Mann, der mich dabei auf den Arm nimmt und wie ein Baby auf seine Hüfte setzt, meine Hände festhält und mich beruhigt. Immer wieder sagt er: Du musst dieses Buch nicht schreiben. Aber der Satz ist so gut! Er wiegt mich und hält mich fest – oder auf?
Plötzlich bin ich allein im Weißraum der Seite. Stille. Keine Stimmen mehr im Kopf, keine Briefe im Kasten, alle Notizen weg. Die Worte werden weniger, mein Wortschatz schrumpft. Wir sammelten Sätze, die schon vergessen sind. Ich sammelte Wörter, Menschen, Küsse, ließ sie stehen, ging weiter und weg. Vergesse nun auch mich und schaue aufs Weiß, werde blass und durchsichtig, wie alles, was ich geschrieben habe. Meine Bücher verlieren ihre Farben, die Buchstaben purzeln heraus und krabbeln wie Ameisen davon. Zuletzt verschwinden die Punkte auf meiner Haut und ich bin weiß wie diese letzte Seite, mit der ich mich zudecke. Weich wie eine Decke, weiß wie das Licht in diesem Nichts. Nebel zieht auf und dämpft dein fernes Vorlesen, ich schlafe ein.