Im Traum eröffnet mir Paula, dass sie jetzt Radio macht. Der Vorteil: Sie kann die Sendungen von Zuhause produzieren. Der Nachteil: Keine Bühne mehr. Sie ist zu Gast bei der Vernissage meiner Ausstellung auf den Wasserstraßen Bad Cannstatts. Anwohnerinnen schildern launig die letzten Überschwemmungen in den Läden, deren Schaufenster immer halb im Wasser stehen. Jemand schenkt mir sein Motorboot, mit dem wir es gerade noch zum Bus schaffen, der sich weitläufig im Gebirge verfährt.
Als nicht mehr ganz so kleines Kind lief ich am Wochenende manchmal den weiten Weg hinunter zu dem kleinen IFA-Laden und mit Brötchen wieder bergauf, um den Frühstückstisch perfekt vorzubereiten, bestenfalls mit frisch gepflücktem Wiesenblumenstrauß, bis meine Eltern aufgestanden sind. Meine kleine Schwester bekam von mir immer ein kleineres Gedeck, was sie lustig fand.
Im Traum bringe ich meine Bilder in eine Ausstellung in alten Räumen, müde zeigt mir Aida meinen Platz. Überall wird aufgebaut, ich will nicht stören. Alte Regale sind frisch lackiert und neu beschriftet, nur der letzte Raum bleibt unberührt. Ich löse übersehenes Kreppband von den Griffen, öffne Schubladen, finde Werkzeug, Stifte, einen achteckigen Stab in dunkelgrün, er liegt schwer in meiner Hand – erinnert mich an meinen Opa Rudi, was mir erlaubt ihn zu behalten. Marcela sagt, die Kinder der Siedlung spielen gerne in den verlassenen Häusern, finden Papier und Dinge für Collagen, sie verstecken sich in Schränken und kommen verkleidet wieder heraus.
»Der Himmel blättert
im Wolkenatlas – seine
Seiten sind leer«
Gelesen im letzten Urlaubsmoment am Meer, im Schneckentempo …
Jan Snela: Ja, Schnecke, ja.