Christina Schmid
Anfänge und Enden

Schattenplatz in Calvi

Schattenplatz in Calvi

Seemannsgarn in Bastia

Seemannsgarn in Bastia

Farbstufen

Farbstufen

Farbstufen

Farbstufen

Linie#4

In Linie 6 hält einer ein Brett, Fabian R. steht da drauf, geometrische Buchstaben, sorgfältig ins Holz gefräst. Ein übergroßes Namensschild für einen übergroßen kleinen Jungen in Schreinerhose. Seine Hände halten sich am Brett, während er einschläft. Sein Kopf kippt immer wieder ruckartig nach vorn, bald auch das Brett und mit ihm der junge Mann und vielleicht auch sein Sitz und bergauf dann auch die ganze Linie 6.

Und so verharrt sie in der Rolle des Mädchens, das nicht erwachsen werden will. Flachbrüstig, in Röcken und klobigen Schuhen, unfrisiert, trotzig, gelangweilt.

Linie#3

Linie 2, wie immer zu spät. Ein ›Immer‹ dürfte ich mir gar nicht erlauben, gehöre ich doch nur für zwei mal drei Tage zur pendelnden Arbeiterschaft, die ich von außen als eingeschworene Gemeinschaft sehe – ein leicht spürbares Wir im morgendlichen Schweigen und Blickeausweichen. Ich gehöre nicht dazu, bin Touristin im Linienverkehr. Linie 2 zuckelt also gemächlich durchs fette Maigrün, meine Augen trinken gierig davon, welche Pracht! Für einen Moment ist der Weg das Ziel. Dann, im Tunnel, kurz vor ihrem Ziel, wird sie noch langsamer. Und immer noch laangsaaaammeeeerrrrr. Ich versuche sie gedanklich anzuschieben und rede ihr gut zu: Komm schon, nicht stehenbleiben, es ist nicht mehr weit, gleich sind wir da, nur beeile dich, bitte beeile dich, wenigstens ein bisschen. Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, rollt langsam aus und bleibt erst stehen, als aller Schwung weg ist und auch Linie 74. Ich sitze fest, im sonnenwarmen Nirgendwo.

Der Reiz des Verspeisens von Nasenpopeln hat sich mir schon als Kind nicht erschlossen. Tatsächlich soeben gesehen, schräg gegenüber in der Linie 74. Immerhin sind sie dann aufgeräumt.

Straßenblumen

Straßenblumen

Straßenblumen

Linie#2

In Erwartung einer längeren Strecke habe ich es mir lesend und schreibend in der Linie 3 bequem gemacht. Fast so bequem wie heute früh im Bett (bis ich bemerkte, dass der Mann neben mir fehlt, er hat die Nacht im Büro verbracht, daher die außerordentliche Ruhe). Und fast so bequem wie wenig später der Zahnarztstuhl – wirklich sehr bequem, in allen Positionen (wäre da nur nicht das helle Licht und die meine Stirn kitzelnden langen Haare der professionellen Zahnreinigungskraft). Danach etwas unbequem: Ein schwarzer Badeanzug in der Umkleide, zu eng am Po, größer nur in grün, dann lieber nicht. Sehr bequem: Das Mittagessen steht schon auf dem Tisch, als ich zu spät komme. Nachsicht. Und dann Nachlässigkeit: Die Handtasche im Lokal vergessen, samt ungelesener Nachrichten. Zumindest deine hätte mich durchaus interessiert. Mein Glück: Die Tasche wurde gleich entdeckt und verwahrt, deine Nachrichten warten bis morgen auf mich. Vielleicht ist es, nach all der Aufregung, nun gerade deshalb so bequem. Keine Nachrichten, keine Aufregung. Huch, schon da!

Von wegen, keine Aufregung: Überstürzter Aufbruch (äußerst unbequem), meine Sachen geschnappt, raus aus Linie 3 und gerade noch rechtzeitig zur Linie 826 geschafft. Die holpert und verunmöglicht mir mein Schreiben. Sie zittert, wackelt und kurvt, so auch mein Stift.

Wäscheklammern

Wäscheklammern

Wäscheklammern, mit und ohne Schatten.
Aus der Sammlung »Die wenigen Dinge, die ich über meine Nachbarn weiß«.

Linie#1

Am Anfang war die Linie. Linie 1. In der sitze ich nun und versuche mich in deinem französischen Text zurechtzufinden. Linie 1 um kurz nach eins, voller Schülerinnen und deren Blicke auf mein Schreiben, das nicht weiß, welchem Gedanken es zuerst folgen will. Mein Kopf – ein Knäuel aus Linien, die sich entwirren, die straff gezogen werden, je länger die Reise geht. Linie 1 ist zu kurz dafür, gleich muss ich raus und weiter. Vielleicht sind es gerade zu viele Linien, denen ich folge. Die Punkte sind gesetzt, Anfang und Ziel, vielleicht ein paar Zwischenstopps. Manchmal dauert es Wochen, bis ich die eine oder andere Linie wieder aufnehme, sie in Punkten oder Strichen wie Trippelschritten dem nächsten Etappenziel näherbringe. Ob gepunktet, gestrichelt oder durchgezogen – gerade ist keine dieser Linien. Sie winden sich, schlagen Wellen, zeichnen Umwege in Richtungen, die nie geplant waren. Am Ende ziehen sie sich straff und behaupten, stets zielstrebig gewesen zu sein. Dem traue ich nicht, niemals. So sehr ich es mir manchmal wünsche – wie eintönig wäre doch diese Geradlinigkeit: Nie würden zwei Linien sich kreuzen oder ablenken und in neue Richtungen locken. Eine jede strebte stur ihrem Ziel entgegen, ohne nach links und rechts zu schauen, rücksichtslos und unbeirrbar. Magisch wird es, wenn zwei sich treffen, einander stupsen, sich gegenseitig schieben und ziehen, umeinander winden, eins werden. Linie 1.

Vorm Fensterbrett

Ein Blick aus meinem Küchenfenster: Blauer Himmel mit weißen Wolken, Wind rauscht durch die Bäume im Hinterhof, Vogelgezwitscher, ein weinendes Baby auf dem Balkon nebenan, den ich nicht sehe. Wir kennen uns vom Hören, wohnen Wand an Wand. Wir leben hier auf engstem Raum nebeneinander her, Schuhkarton auf Schuhkarton, Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer, jeder Grundriss ungefähr gleich. 

Die Sonne beleuchtet die Balkone des Nachbarhauses, noch ist niemand draußen. Ein ruhiger Montagmorgen, Brückentag. Beim genaueren Hinsehen etwas Leben hinter den Fenstern: Eine rundliche Frau mit Schürze (4. Etage links), ein nackter Männerrücken (6. Etage rechts), ein Laufstall direkt am Fenster (3. Etage links). 

Eine Frau im lila Bademantel mit blondem Dutt und Sonnenbrille betritt den Balkon (3. Etage rechts). Links darüber beinahe gleichzeitig für einen kurzen Moment eine junge Frau mit kurzem Haar und weißer Hose – und wieder drin, beide. Der lila Bademantel geht mehrmals rein und raus, deckt naschend einen Tisch für zwei. 

Sieht mich jemand? Zu viele Fenster, aus denen zurückgeschaut werden könnte. Ich fühle mich beobachtet beim Beobachten, schließe vorsichtshalber das Fenster und hoffe, das Glas verspiegelt meinen Ausguck. Ich könnte den ganzen Morgen hier sitzen und das Treiben meiner Nachbarn protokollieren. Testweise mal frech mit dem Fernglas einen Zoom auf den Frühstückstisch: Honig, Nutella, aha.

Sie setzt sich, die Sonne scheint ihr ins Gesicht, ihr wird warm. Sie schält sich aus dem lila Frottee, darunter ein übergroßes weißes T-Shirt. Ein Mann in verwaschenem Rot betritt den Balkon, geht wieder rein und kommt wieder raus, setzt sich ihr gegenüber, jetzt mit Sonnenbrille und Smartphone. Sie trinkt, er tippt. Schlaffe Schultern, noch müde, schweigendes Wachwerden. 

Der Balkon hängt voller weißer Lampions. Außerdem: eine gelbe und eine rote Laterne, Teelichter in Metallbechern mit Lochmustern, ein grauer Emailletopf mit blühenden Zweigen, eine Blumenampel mit Pfingstrosen, ein eingeklappter weißer Sonnenschirm, eine blaue Mülltüte, ein Bastkorb voller Altpapier, eine Holzkiste mit Altglas und ein futuristischer Gasgrill auf einem Holzschränkchen. Vor dem Balkon zwei Wäscheleinen mit bunten Klammern. Ihre Schatten fallen auf die Balkonverkleidung, sie doppeln sich.

Der Mann legt sein Smartphone zur Seite, sie werden munter, sprechen, trinken, löffeln Joghurt aus einem Becher. Sie rücken ihre Stühle nebeneinander, legen die Füße auf dem Balkongeländer ab, räkeln sich in der Sonne. Dann beide an ihren Smartphones, diese Fenster zur Welt.

Balkone sind Bühnen. Eine Vielzahl an Dingen wird hier ausgestellt. Sonnenschirme und bunte Wimpel, trocknende Unterhosen, wuchernde und vertrocknete Pflanzen, ein rotweißer Rettungsring im sechsten Stock. Eine Inventarliste meines Hinterhofs, Balkonporträts, Voyeurismus vom Küchenfenster aus, Ausschnitte aus dem Draußen-Wohnen meiner Nachbarn. Wir leben städtische Anonymität und ignorieren meist, wie dicht wir aufeinander sitzen, wie nah wir uns sind. Und wie ähnlich.

Schicht für Schicht

Traum von einem Jungen, der zwar nicht ganz helle ist, aber seinem Onkel in der Werkstatt zur Hand geht. Er kommt klar mit dem wenigen, was ihm zugesteckt wird. In seiner Freizeit baut er Objekte aus Lappen, Schicht für Schicht, blau lackiert. Eines Tages kommt ein Künstlerfreund des Onkels und fragt nach seinen Farben, die er vor Jahren dem Jungen anvertraut hat – da sieht er die Werke und plant eine Ausstellung. Eines der Werke besteht aus Schokolade und ist bereits angeknabbert, das muss eh neu gemacht werden, also vernaschen wir es und springen vergnügt vom Boot aus in den See. Später schmolle ich, da ihn keiner ernst nimmt, dabei geht es diesmal einzig und allein um ihn und seine Kunst!

Besser oder anders

Meine Tage sind da, wieder nicht geklappt. So ist das. Bleiben wir halt selbst Kinder und werden nicht erwachsen. Ein Kind bei uns haben, seine Wärme spüren, seine Haut streicheln, ihm beim Schlafen zusehen. Wie es erst gar nichts kann und dann irgendwann krabbeln, babbeln, laufen, sprechen und später dann alles und besser oder anders als wir.

Südafrika

Traum von einer Reise durch Südafrika. Ein Bus schlängelt sich auf engen Straßen durch die Berge, bis er in einer Kurve neben einem großen Haus stehen bleibt. Wir beschließen dort zu übernachten. Es gibt einen Grusel-Parcours, den ein Großteil unserer Gruppe gleich ausprobiert, ich erst später. Kurz bevor er schließt, gehe ich zur Kasse und krame in meinem Geldbeutel nach Kleingeld, es reicht nicht ganz, also gibt mir eine Frau eine Münze dazu, dann kann es losgehen. Ich soll unbedingt die Tür hinter mir schließen, sagt mir die Kassiererin zum Abschied. Ich stehe im ersten Raum vor zwei Türen, entscheide mich für die rechte und finde mich in einem Sitzungssaal wieder, der Tisch steht voller Torten. Als ich am nächsten Tag wiederkomme, merke ich, dass ich die Tür nicht geschlossen habe. Jetzt geht sie nicht mehr zu, der Raum dahinter hat sich ausgedehnt.

Rollenbild

Gespräch mit Gabi und Hexe über die Rolle der Frau, wenn sie keine Kinder hat. Über die Sprüche, die da kommen, wenn man dann doch noch heiratet mit 46. Über das Abgemeldet sein in der Familie, wenn die Schwester mit 42 doch noch ein Kind bekommt. Und über den Druck, der jetzt da ist – gebärfähiges Alter, verheiratet, jetzt aber los und da kann man doch nachhelfen. Und wenn nicht? Längst überstanden geglaubte Rollenbilder, unfreie Zeiten, ein Leben ohne Kinder ist nicht vorgesehen.

Schmetterling

Richards runder Geburtstag, nur wenige Häuser entfernt, eine andere Welt. Da steht er wieder, dieser Typ von vor acht Jahren, und schaut mich an, als würden wir uns kennen, als wüsste er, was hätte sein können, wer ich hätte sein können. Als ich ihn neben Richard sehe, weiß ich, dass er seinen Sohn ist. Ich kann nicht aufhören ihn anzuschauen und den Gesprächen kaum folgen. Ein kleiner Schmetterling flattert durch meinen Bauch. Ich sage ihm: Wir haben getanzt, vor acht Jahren, ich habe dich geküsst und bin dann weg, eigentlich nur kurz und dann doch heim, mit einem Anderen. Das ist mir öfter passiert, meint er lachend. Und Richard später: Er hat lange geschaut. Und ich? Suchversuche, Chaosjahre. Wenn Erinnerungen an diese Zeit wach werden, treffe ich eine andere Version von mir. So viele Möglichkeiten, mögliche Leben. Und nun also verheiratet.

Wieviel Offenheit ist mit dir wirklich möglich? Im Traum fühle ich mich von dir beobachtet. Ich empfinde deinen Blick als einengend, sobald ich nicht in dein Bild von mir passen will oder wenn ich mich erzählend neu erfinde. Wenn ich dieses Leuchten in meinen Augen habe und dieses offene neugierige Lachen im Gesicht, wenn mein Körper durch die Räume schwebt und ich wahrgenommen werde, von dir gehalten und doch frei.

Ich möchte ihn wiedersehen. Meine Gedanken wollen das. Vielleicht reicht auch das. Wieso habe ich seiner Freundin meine Karte gegeben und nicht ihm? Der Abend verging zu schnell, vor lauter Familie trauten wir uns nicht. Lass sie uns zusammen kennenlernen, vielleicht melden sie sich.

Hefezopf

Im Traum habe ich dann doch Tobi geheiratet, um nicht zu viel Druck in die Beziehung zu dir zu bringen. Die Steuerersparnis dient Tobi und mir als Stipendium. Du und ich feiern trotzdem, als Hochzeitsgeschenk bekommen wir Hüte. Ich trage ein dunkelrotes Kleid mit Glitzer und einer passenden Schürze. Du bestellst Brot und bekommst jedes Mal einen kleinen Hefezopf in die Hand gedrückt. Du drehst und wendest ihn, betrachtest ihn von allen Seiten, um dann doch nach einem großen Laib Bauernbrot zu verlangen. Das wiederholt sich täglich. Die beiden Verkäuferinnen scheinen es nicht zu merken und versuchen es immer wieder mit dem Hefezopf. Ich liege neben Tobi, wir schauen uns an und wissen nicht so recht, was wir davon halten sollen, dass wir jetzt also verheiratet sind.

Nähe und Wärme

Traum von einem Gespräch an einem langen Tisch, am anderen Ende sitzt Demian, er lässt mich an seinen Drink nippen. Als ich mich über Stuttgart beschwere, meint Simon pragmatisch: Konzentriere dich auf deine Projekte und auf das, was dir wirklich wichtig ist, dann ist der Ort zweitrangig.

Zuvor in New York ein Treffen mit Mehmet, den ich kaum wiedererkenne. Er wirkt mager und verwahrlost, als hätte er zu viele Stunden allein am Computer verbracht. Wir sitzen im Kreis im Matratzenlager einer WG, die sich gerade auflöst. Sie sagen, hier gibt es zu wenig Privatsphäre, da ist es egal, wie gern man sich hat und wie sehr man sich nach Nähe und Wärme sehnt.

Ich: Küchen und Schlafzimmer
Julia: Reisen und Essen
Mama: Sprüche und Schnörkel
Papa: Immobilien und Stereoanlagen

Talstation

Im Traum setzt sich ein Afrikaner neben mich, er erzählt mir von seiner Flucht nach Deutschland und von seinen Plänen. Ich will ihm meine Telefonnummer geben, da kommt eine Schulklasse angelärmt und lässt sich um uns nieder. Die Lehrer beschweren sich über die Verhältnisse und Umgangsformen, die Kinder schauen in alle Richtungen und fühlen sich nicht angesprochen. Ein Schüler will mich unbedingt etwas fragen. Als wir alle gleichzeitig den Saal verlassen, verliere ich im Gedränge die Orientierung. Ich finde mich in der Gondel einer Seilbahn wieder, auf dem Weg zur Talstation, wo mich ein Mädchen über Design ausfragt. Ich habe ihn verloren und weiß nicht mal seinen Namen, murmle ich nur. Ach, vergiss Milo, sagt das Mädchen, meint aber ihren Mitschüler und nicht meinen neuen Freund.

Gewürzreste

Am Abend radle ich zu Andrea, um ihr beim Kistenpacken zu helfen. Wir trinken Tee, kochen, plaudern und räumen zumindest die Küchenschränke aus. Wir machen drei Haufen: Einen für ihr Frühstück (mit so vielen Gewürzresten, dass wir herzlich lachen müssen), einen für Berlin und einen für mich: Schimmernde Liebesperlen, rosa Zucker, graues Salz und schwarzer Sesam.

Nasenspitze

Meine kalte Nasenspitze hält mich mal wieder vom Einschlafen ab.

Samtvorhang

Im Traum wehen lange schwere Samtvorhänge in blau und dunkelrot oder pink aus deinem Fenster nach draußen. Dahinter schläfst du bis in den Mittag hinein. Ich bin schon unterwegs, habe allerdings vergessen zu packen und sage dir am Telefon, was wir für unsere Wanderung alles brauchen. Wir verschieben die Abfahrt immer weiter, bis es dunkel ist. Im Salon klebt einer eine Zeichnung an die Wand, sie zeigt ihn selbst als stolzen Absolventen mit dicken grinsenden Büchern im Arm. Darunter steht: Morgen bitte keine Bücher binden, sofern es keine Abschlussarbeiten sind. Florina schaut vorbei, wir sind sprachlos.

Das Gasthaus

Jeden Morgen ein neuer Gast.
Eine Freude, ein Kummer, eine Gemeinheit,
ein kurzer Moment der Achtsamkeit kommt
als ein unerwarteter Besucher.
Heiße sie alle willkommen und bewirte sie!
Selbst wenn sie eine Schar von Sorgen sind,
die mit Gewalt aus deinem Haus
die Möbel fegt,
auch dann, behandle jeden Gast würdig.
Es mag sein, dass er dich ausräumt
für ganz neue Wonnen.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lächelnd an der Tür
und lade sie ein.

Sei dankbar für jeden, wer es auch sei,
denn ein jeder ist geschickt
als ein Führer aus einer anderen Welt.

Rumi

Gastfreundschaft

Sie war mein Vorbild: Offen für jeden, interessiert, zugewandt und so voller Wärme und Gastfreundschaft. Braucht man ein Schloss, um Menschen so einladen zu können? Du sagst, das ist eine Haltung, kein Ort und keine Wohnform.

So vergnügt und gut gelaunt wie du bist, könntest du jeden Moment einschlafen.

Der Trost der Dinge

»Ich schreibe, weil es mich in Bewegung setzt zu Orten, die ich vorher noch nicht kannte. Und weil es mich Orte sehen lässt, die ich vorher so nicht kannte. Interessen: kleine Inseln glücklicher Zufälle. Verlassene Orte. Die letzte in der Telefonliste sein. Bahnen ziehen. Das Unglück in den Familien. Der Trost der Dinge.«

Jessica Sabasch

Wichtig

Nichts aufschieben, das dir wichtig ist.