Christina Schmid
Anfänge und Enden

Vielleicht lese ich auch einfach gerne
Und schaue mir gerne Bilder an
Und träume vor mich hin
Den lieben langen Tag
Bücher lesen ist kein Beruf
Bilder anschauen auch nicht
Aber die Öffentlichkeitsarbeit für –
Ich werde protestieren
Werde mich fluchend daran erinnern
Dass ich Kunst studieren wollte

»Es ist leichter ein Zeichen zu werden, als zu versuchen, etwas zu bezeichnen.«

Laurie Penny

Zimmer ohne Tür

»Leben kann man sein Leben nur vorwärts, verstehen nur rückwärts.«

Oma Heidi, frei nach Sören Aabye Kierkegaard

Gekocht haben wir diesmal Kartoffelsuppe und zum Nachtisch Ofenschlupfer, der im Bayrischen Wald »Scheiterhaufen« heißt. Dazu gab es echte Vanillesoße und Geschichten von der Rückkehr ihres Vaters aus der russischen Kriegsgefangenschaft und einem jahrelang unentdeckten Zimmer ohne Tür im Haus ihrer Schwester.

Sabrinas schönste Sprichwörter

Ich zieh dir die Ohren über den Kopf.
Da legt sich die Katze schlafen.
Ich hab Angst, dass mir der Faden platzt.
Das ist das Wahre vom Ei.
Wir ziehn doch alle am selben Boot.
Du willst mich wohl hinters Glatteis führen.
Kanonen vor die Säue schießen.
Oder Kanonen vor die Perlen werfen.
Und den Knüppel ins Getriebe.
Noch grün hinter den Fittichen.
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Elefanten werfen.
Morgenstund fängt den frühen Vogel.
Morgenstund ist aller Laster Anfang.
Morgenstund ist echt zu früh.

Das Nützliche mit dem Praktischen verbinden. Oder doch lieber das Angenehme mit dem Schönen.

Frühling. Ich traue mich aus dem Haus. Nur wenige Schritte weiter begegne ich anderen Frühlingsflaneuren. Ihr Schwatzen verschreckt mich, ich beschleunige meinen Schritt und senke den Blick zum Asphalt. Die Sonne im Rücken kriechen die Zweifel von den ausgetretenen Sommerschuhen bis in das verwaschene Grün meiner Strickjacke. Die erste Begegnung mit bekannten Gesichtern überstehe ich mit leichtem Bauchweh. Ich nehme den schmalen Weg hinter den Häuserreihen und beruhige mich. Da ist es, da sitzt sie, freut sich über das Gänseblümchen und meinen Kuchen. Was sie alles kann! Und macht! Ich schrumpfe und verstecke in Gedanken alles, was ich noch gestern an die große Glocke meines Schneckenhauses gehängt habe. Ich gehe weiter, verworrene Wege, vor und zurück, über alle drei Ampeln der Kreuzung. Fühle mich beobachtet und fast wie nackt ohne den grauen Wintermantel. Drei Bauarbeiter machen Pause und sehen mir dabei zu, wie ich die Treppe hinunter tripple und kurze Zeit später wieder hoch. Die Schuhsohlen sind nach innen abgelaufen, sicher habe ich X-Beine, und dann noch dieser Hintern – er fängt die Blicke auf und wackelt weiter, weiter in ruhige Gassen, vorbei an verschlafenen Schrebergärten, einem einsamen Kindergarten, Fußballfeld, Tennisplatz, Vereinsheim, einer braungrünen Wiese, einer lauten Hauptstraße – ich hasse Autos. Sportlich verkleidete Kinder rasen an mir vorbei. Ich hasse sportliche Kinder. Sie sind laut und grell und müssen immer zeigen, wie gut und wie viel besser als andere sie dies und jenes können. Ich will zurück in mein Schneckenhaus.

Sonntagskloß im Hals. Vergessen ist die zuckersüße watteweiche Glückseligkeit der verschlafenen Morgenstunden in deiner warmen Nähe. Im gleißenden Tageslicht verengt sie meinen Blick. Ich werde blöde, anhänglich und einfach.
Vergesse mich und merke, wenn ich jetzt nicht rausgehe platze ich. Und ich bleibe und platze. Gehe dann raus, ohne dich. Da fällt mir wieder ein: Vergiss dich nicht. Vergiss mich nicht. Vergiss nicht.
Vergiss es.

Ich habe Angst.
Angst davor dass alles zusammenbricht.
Mein System.
Eure Hoffnungen.
Online.

Bei mir tut’s.

Aber bei dir?
Und bei denen?

Happy New Year!

Happy New Year!

Happy New Year!

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Kochen mit Oma Heidi

Kochen mit Oma Heidi

Kochen mit Oma Heidi

Kochen mit Oma Heidi

In der Woche vor Weihnachten verbrachte ich zwei wunderbare Tage mit meiner Oma Heidi. Vom Frühstück bis zum Abendessen erzählte sie mir Geschichten von früher, mein Aufnahmegerät hörte aufmerksam mit. Zwischendurch haben wir gemeinsam gekocht: Es gab Lammbraten, Kartoffelgratin und Rosenkohl und am nächsten Tag Grünkernsuppe, Gemüsepfanne und Apfel-Orangensaft-Kompott mit karamellisierten Mandeln und Vanillesahne.

Oma Heidi und ich kochen und reden weiter. Daraus wird ein biografisches Kochbuch, mit Rezepten und Geschichte aus einer Bayrischen Kindheit und einem Leben in Schwaben, mit Ausflügen in die ayurvedische Küche und praktischen Tipps für die moderne, gesunde Single-Küche.

Für euch gibt es heute weihnachtliche Schlachtplatte aus dem Bayrischen Wald zu lesen hinter dem 24. Türchen meines Adventskalenders.

Rolltreppe abwärts. Hinter mir wimmert einer in sein Telefon und in mein Ohr

… zusammen bleiben … aber … meine Liebe … war ich früher zärtlicher? Soll ich wieder liebevoller sein? … Aber … wie war ich denn am Anfang, als wir uns kennengelernt haben? … Aber ich liebe dich … bin ich dir zu … ich raste halt manchmal aus … aber Mona … ich kann mich ändern … sag mir, wie willst du’s? Wie war es mit den Anderen? Wie war es am Anfang? Wie willst du’s? Ich kann mich ändern, wirklich ich …

ealistisch nett

Die Lebensaufgabe erschöpft sich. Sie geben uns auf. Sie geben uns Aufgaben auf. Sie wollen nicht glorifiziert werden. Ich glorifiziere. Der unfertige Satz steht im Raum und wird als Meinung verstanden. Die Wahrheit bleibt im Hals stecken. Ich übergebe mich und das Wort an dich.

Nachrichten / Entwürfe / kein Empfänger

Schön/
Nachts/
Liebe Steffi, ich/
come stai/
Liebe/
Sie S/
Ich s/
Ja, mich gibts/
Hallo Tobi, wir/
E/
Hallo Manuel!/

»Vorne ist wenn wir am Ende sind besser.«

nitnatsnoc

Wieviel von dem was man vor sich hat

Wieviel von dem was man vor sich hat

Wir begegnen uns im Zwischenraum von zweiter und dritter Dimension. Eindruck, Abstraktion, Ausdruck. Autonomes Zeichnen auf Weiß in Schwarz und Bleistift. Zufällige Kompositionen aus willkürlichen alltäglichen Fragmenten. Krümelkonstellationen, Fleckenarrangements und Staubpartikel treffen auf Raumbeschreibungen. Aus der Vielfalt wird eine zusammenhängende Ausdrucksweise. Sprache trägt in die Gedankenwelt der gezeichneten Fundstücke.

24 Zeichnungen von Christina Schmid und Jakob Rauscher zu sehen in ›Show me yours – I show you mine‹ – Gesamtausstellung der Studierenden der Kunstakademie Stuttgart vom 10. bis 19. November 2011 im Wilhelmspalais.

Himmel

Himmel

Es ist nicht da, was ich sehe,
es fehlt. ein Trug der Augen.

Was daran heilig sein soll,
weiß der Himmel.

Hans Magnus Enzensberger: Zukunftsmusik

Kurz vor November

Sonntag. Langsame Schritte, gedrückte Stimmung, skeptische Blicke zu den tief hängenden Wolken. Die Melancholie herbstlicher Gärten. Etwas Großes, beinahe Bedrohliches steht uns bevor. Und sei es nur der November mit seiner nass-kalten Dunkelheit. Ich wäre gerne wieder zu zweit. Heute, hier, jetzt. Und immer. Solange immer eben geht. Und schon sehe ich deine hochgezogenen Augenbrauen, deine Körperspannung, die sich zum vorsichtigen, aber zügigen Rückzug wappnet. Die erklärenden, fuchtelnden Worte des Verstehens, aber –
Ja, wir haben das besprochen, vom ersten Tee an war das dein und somit unser Thema. Immer und Exklusivität sind Illusionen, die uns das Leben schwer machen, wenn nur noch daran erinnert und gezerrt wird. Doch die milde, verführerische Süße des Hier und Jetzt! Warme Sonnenstrahlen brechen zwischen den Wolken hindurch. Die sonntäglichen Spaziergänger erwachen, ja lachen und toben mit den Kindern durch die leuchtenden Farben des Oktobers.

Diese spröde Schlichtheit als Ergebnis meiner einsamen Projekte verwundert mich zumeist selbst. Kalt wiederspricht sie meiner inneren Welt, die organisch wabert, wimmelt und strahlt.

Und doch erscheint es mir die natürlichste politische Grundhaltung gegen all die
links
ist alles keine Lösung
keine Ahnung
weniger ist mehr
tut doch nicht so erwachsen
erwachsen gibt es nicht
aneinandergereihte Allgemeinplätze
Floskeln der Ahnungslosigkeit
mir fehlen die Worte
es gibt nichts zu sagen
ausgedrückt
vergessen
ist mir
zu groß
egal
als ob
soll doch wer anders
immer
nur
ich ich ich

la testa tra le nuvole

la testa tra le nuvole

Hedonismus

Hedonismus:

Kunst, Typografie, Maseratis und Käse auf dem Silbertablett.

ma sia quel che sia

ma sia quel che sia

In culo alla balena

In culo alla balena

In culo alla balena

In culo alla balena

In culo alla balena