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Christina Schmid
Anfänge und Enden

Blog:

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Schnee in Hessen

Kochen mit Oma Heidi

Kochen mit Oma Heidi

Kochen mit Oma Heidi

Kochen mit Oma Heidi

In der Woche vor Weihnachten verbrachte ich zwei wunderbare Tage mit meiner Oma Heidi. Vom Frühstück bis zum Abend­essen erzählte sie mir Geschichten von früher, mein Aufnahme­gerät hörte aufmerksam mit. Zwischen­durch haben wir gemeinsam gekocht: Es gab Lammbraten, Kartoffel­gratin und Rosenkohl und am nächsten Tag Grünkern­suppe, Gemüse­pfanne und Apfel-Orangensaft-Kompott mit karamellisierten Mandeln und Vanille­sahne.

Oma Heidi und ich kochen und reden weiter. Daraus wird ein biografisches Kochbuch, mit Rezepten und Geschichte aus einer Bayrischen Kindheit und einem Leben in Schwaben, mit Ausflügen in die ayurvedische Küche und praktischen Tipps für die moderne, gesunde Single-Küche.

Für euch gibt es heute weihnacht­liche Schlacht­platte aus dem Bayrischen Wald zu lesen hinter dem 24. Türchen meines Advents­kalenders.

Rolltreppe abwärts. Hinter mir wimmert einer in sein Telefon und in mein Ohr

… zusammen bleiben … aber … meine Liebe … war ich früher zärtlicher? Soll ich wieder liebe­voller sein? … Aber … wie war ich denn am Anfang, als wir uns kennen­gelernt haben? … Aber ich liebe dich … bin ich dir zu … ich raste halt manchmal aus … aber Mona … ich kann mich ändern … sag mir, wie willst du’s? Wie war es mit den Anderen? Wie war es am Anfang? Wie willst du’s? Ich kann mich ändern, wirklich ich …

ealistisch nett

Die Lebens­aufgabe erschöpft sich. Sie geben uns auf. Sie geben uns Aufgaben auf. Sie wollen nicht glorifiziert werden. Ich glorifiziere. Der unfertige Satz steht im Raum und wird als Meinung verstanden. Die Wahrheit bleibt im Hals stecken. Ich übergebe mich und das Wort an dich.

Nachrichten / Entwürfe / kein Empfänger

Schön/
Nachts/
Liebe Steffi, ich/
come stai/
Liebe/
Sie S/
Ich s/
Ja, mich gibts/
Hallo Tobi, wir/
E/
Hallo Manuel!/

»Vorne ist wenn wir am Ende sind besser.«

nitnatsnoc

Wieviel von dem was man vor sich hat

Wieviel von dem was man vor sich hat

Wir begegnen uns im Zwischenraum von zweiter und dritter Dimension. Eindruck, Abstraktion, Ausdruck. Autonomes Zeichnen auf Weiß in Schwarz und Bleistift. Zufällige Kompositionen aus willkürlichen alltäglichen Fragmenten. Krümel­kon­stellationen, Flecken­arrangements und Staub­partikel treffen auf Raumbe­schreibungen. Aus der Vielfalt wird eine zusammen­hängende Ausdrucks­weise. Sprache trägt in die Gedankenwelt der gezeichneten Fundstücke.

24 Zeichnungen von Christina Schmid und Jakob Rauscher zu sehen in ›Show me yours – I show you mine‹ – Gesamt­aus­stellung der Studierenden der Kunst­akademie Stuttgart vom 10. bis 19. November 2011 im Wilhelms­palais.

Himmel

Himmel

Es ist nicht da, was ich sehe,
es fehlt. ein Trug der Augen.

Was daran heilig sein soll,
weiß der Himmel.

Hans Magnus Enzens­berger: Zukunfts­musik

Kurz vor November

Sonntag. Langsame Schritte, gedrückte Stimmung, skeptische Blicke zu den tief hängenden Wolken. Die Melancholie herbstlicher Gärten. Etwas Großes, beinahe Bedrohliches steht uns bevor. Und sei es nur der November mit seiner nass-kalten Dunkelheit. Ich wäre gerne wieder zu zweit. Heute, hier, jetzt. Und immer. Solange immer eben geht. Und schon sehe ich deine hochge­zogenen Augen­brauen, deine Körper­spannung, die sich zum vorsichtigen, aber zügigen Rückzug wappnet. Die erklärenden, fuchtelnden Worte des Verstehens, aber –
Ja, wir haben das besprochen, vom ersten Tee an war das dein und somit unser Thema. Immer und Exklusivität sind Illusionen, die uns das Leben schwer machen, wenn nur noch daran erinnert und gezerrt wird. Doch die milde, verführerische Süße des Hier und Jetzt! Warme Sonnen­strahlen brechen zwischen den Wolken hindurch. Die sonntäg­lichen Spazier­gänger erwachen, ja lachen und toben mit den Kindern durch die leuchtenden Farben des Oktobers.

Diese spröde Schlichtheit als Ergebnis meiner einsamen Projekte verwundert mich zumeist selbst. Kalt wieder­spricht sie meiner inneren Welt, die organisch wabert, wimmelt und strahlt.

Und doch erscheint es mir die natürlichste politische Grund­haltung gegen all die
links
ist alles keine Lösung
keine Ahnung
weniger ist mehr
tut doch nicht so erwachsen
erwachsen gibt es nicht
anein­ander­gereihte Allge­mein­plätze
Floskeln der Ahnungslosigkeit
mir fehlen die Worte
es gibt nichts zu sagen
ausge­drückt
vergessen
ist mir
zu groß
egal
als ob
soll doch wer anders
immer
nur
ich ich ich

la testa tra le nuvole

la testa tra le nuvole

Hedonismus

Hedonismus:

Kunst, Typografie, Maseratis und Käse auf dem Silber­tablett.

ma sia quel che sia

ma sia quel che sia

In culo alla balena

In culo alla balena

In culo alla balena

In culo alla balena

In culo alla balena

Und wie gehe ich nun um mit der außer­ordentlichen Freiheit einer Nicht­beziehung voller Liebe ohne Eifer­sucht und Erwartungen? Die emotionalen Grenzen in meinem zurecht­gerückten Kopf produzieren schon beim Gedanken an mögliche Eskapaden des absoluten im Moment Seins schlechtes Gewissen. Es ist Zeit, die Zäune, Mauern und Schutz­wälle einzu­reißen, die Fenster aufzu­reißen und den frischen Wind tief einzu­atmen, den grauen Erwartungsmüll frei und loszu­lassen. Hier und Jetzt. Ich und du oder ihr. Meine Welt, mein Leben, die Ideen – das größte Geschenk. Nimm es an, pack es aus und freu dich daran, immer wieder, jeden Tag und in jedem noch so kleinen Moment, in dem ein Einfall deinen Kopf durch­zuckt und als Geistes­blitz in deine Welt einschlägt, um dort ein weiteres, unerwartetes Monument zu hinter­lassen.

Ein Kürbisfeld! Orangene Inseln im Grünbraun der vor dem Zugfenster vorbei­ziehenden Landschaft.

Und so baue ich weiter und um und aus und hoch hinaus. Darüber der blaue Himmel, wie gemalt. Die Luft, so wie sie sein soll. Eine leichte Brise, angenehm warm. Manchmal auch Sturm. Bin ich da allein? Dort gibt es keine Frage­zeichen. Alles ist selbst­ver­ständlich und gut so, in ständigem Wandel. Eine unermessliche Fülle an Details, in sich perfekt und unfassbar. Sie ist da. Du hast sie gesehen, im Glanz meiner Augen. Ich habe sie verlassen, für dich, und dann vergessen. Jetzt wo ich sie wieder sehe, könnte ich mich in ihr verlieren. Eure Welt wird zum Traum, der meine Welt vollmüllt und zu dem macht, was sie ist. Hier versammeln sich die Extreme. Das Gute wie das Schlechte. Die Banalitäten gehen verloren im Grau. Was ich mag findet seinen Platz, stellt sich zusammen. Eine Ansammlung an Kuriositäten, Entdeckungen im Zuviel und Zuwenig. Was ich mag wird geschliffen, poliert und schwebt und glänzt in der watte­weichen, warmen, leuchtenden Luft.

Je tiefer ich mich hinein­träume, desto härter der Aufprall auf dem Boden eurer Realität. Die scheppernde Lautsprecher­ansage reißt mich aus dem Rundgang durch die wundersame Einrichtung meiner Räume und Gebäude, Gärten und Plätze, Miniaturen und detail­reichen Vergrößerungen. Maßstäbe entscheide ich, oder jemand, der das alles hier archiviert.
Ich war so lange nicht hier –

Öffentliche Verkehrsmittel

Buch vergessen. Aus dem Fenster schauen, grübeln, beobachten, entdecken, aussteigen, umsteigen, sitzen, warten, ein Lächeln von dem Typ mit dem seltsam kantigen Gesicht. Wars überhaupt ein Lächeln oder nur ein Blick, sachlich, aber einen Tick zu lang? Zumindest hat er mir gefallen, der Blick. Und mich zum Lächeln gebracht – habe ich gelächelt? Innerlich vielleicht. Das Wort Lächeln mag ich überhaupt nicht. Schmunzeln klingt besser und schmunzeln muss ich über frühe Busver­knall­theiten. Und ein spätes Wieder­sehen mit übermütigem Geständnis von – ja, von was eigentlich? Ein Blick, immer einen Tick zu lang, den ich ihm morgens an seiner Halte­stelle schenkte. Als die Liebe noch ausschließlich Gedanken­spiel war. Weder seinen Namen wusste ich, noch sonst. War nicht wichtig, habe ich auch jetzt wieder vergessen. Und dann wartete er draußen, nach seinem flüchtigen Abschied, als die Party noch in vollem Gang war und nur ich beschloss das Menschen­gedränge im herunter­gekommenen Studenten­wohnheim zu verlassen. Die seltsame Situation bei mir. Wie langweilig. Manches bleibt besser Gedanken­spiel.

du – das ist zumeist einer, den ich liebe, geliebt habe oder lieben wollte. Oder ich, im Selbst­gespräch, die ich mir etwas vorwerfe und mich auffordere, endlich anzufangen.

ich – das bin ich. Wie ich bin, im Moment, immer wieder anders. Wie ich sein will. Oder wie ich nicht sein will. Mein schreibendes Ich ist wer anders.

ihr – meist ein Vorwurf. Eure Welt, eure Regeln, euer System. Ihr seid anders, wollt und erwartet etwas von mir, das ich nicht kann, will und bin.

wir – ein Konstrukt in meinem Kopf, erträumt und selbst wenn auch mal real ein wir da ist – mein Wir besteht aus mir, und dir – wie ich dich sehe und sehen will.

er – wird oft mitten im Text zum du. Wenn ich in Erinnerungen schwelge, mich in Sehnsüchte stürze und dir sagen will, was nie oder zu oft gesagt wurde.

Beim Finger­nägel­schneiden denke ich an Chris. Daran, wie er mir, die ich mich abmühte mir mit der linken Hand die Nägel der rechten Hand zu kürzen, die Schere aus der Hand nahm, mich auf seinen Schoß setzte und fachgemäß alles abschnitt, was für ekelhafte Kratz­geräusche in der Nacht verantwortlich war. Das milben­ver­seuchte Ausklappsofa im ewig dämmrigen Dachzimmer mit muffigem Teppich und verblichenen Kunst­drucken auf der mittel­braunen Holzver­täfelung. Die klapprige Küche mit Mini-Winter­garten-Balkon – im Sommer unerträglich heiß, im Winter bitterkalt. Der Kühlschrank leer, also bestellten wir Pizza oder Indisch zum Film. Ein Film nach dem anderen, Serien in unermesslicher Auswahl flimmerten über den farbfalschen Riesen­flach­bild­monitor. Betrunkene Nächte, getanzt haben wir gern. Beim Tanzen denke ich auch an ihn. Weil ich wohl so tanze wie er, aber nicht so gut. Ich, ein egoistisches Miststück von 20 Jahren. Mir, nie verziehen, lebens­länglich. Wären da keine gemeinsamen Freunde, die sich selbst nach Jahren der Funkstille und geglätteten Wogen noch überlegen, wen von uns sie zu ihrer Abschieds­party einladen – es würde nicht stören. Aber so werde ich mitten im Spätsommertag von indirektem Langzeithass heimge­sucht und fange plötzlich an, die Fragmente der Erinnerung an uns zusammen­zuklauben. Unsere E-⁠Mails sind der Schlüssel zur damaligen Faszination …

3

Kerzen­stummel vergangener Beziehungen, Marmeladen­reste gefällter Bäume. Nummer drei fehlt noch. Es müssen immer drei sein. Drei.

1

Es gibt keine absoluten Aussagen!

2

Sie sagt es. Sie sagt es zweimal, weil sie es ernst meint.

Pfirsichmarmelade

Pfirsich­marmelade