Christina Schmid
Anfänge und Enden

Spiegelbild

Wortschwallwesen fang mich auf bevor du aufspringst lässt mich sitzen im Echo meiner Suche verhallt im Rot dein Schal dimmt das Kuchenlicht. Das Schaf auf dem wir landen ganz weich beim Absturz des Luftfahrrads weil Fußkrampf beäugt von der Eule rettender Schatz. Erwarten wir Zeichen wir schenken uns nichts oder so spät schon wachgeklappert nebenan verrutschtes Gestern im Spiegelbild. Ungefragte Bilderschau bewundert bis über mich hinweg ein Fluss mäandert vorbei am Fenster das Boot schaukelt uns zum Mai.

Geheimschrift

Im Traum treffe ich Thomas an der Bushaltestelle, wir erkennen uns gleich – ich ihn an seinen rot gefärbten Borsten, er mich an meinem Mund. Wir schauen hin und weg, lachen schüchtern und steigen ein. Da ist auch Ulrike und die halbe Klasse, ich zeige ihr Lio, der hinter Milchglas auf seiner Oma turnt, sie zeigt mir zwei ihrer drei Kinder. Wie mein Tun erklären? Ein Buch aufschlagen, Zitrone darauf träufeln, Geheimschrift sichtbar bügeln, Petersilie darüber streuen, fertig.

»Bei meinem Mann ist das genauso.«

Talianova

Das Wort weckt mich aus meinem Traum. Ich bin in Japan, wo ich gleich den Zug verpasse, weil sich mein Handy nicht mehr wischen lässt. Du bist schon weg mit Lio und den anderen, als ich morgens im Hotel ankomme. Ich hatte woanders übernachtet an einem Berg. Hat sich gelohnt, sage ich lächelnd und überzeugter als ich bin. Im Hotel stehen ultraschmale Bettgestelle aus Metall im Halbkreis auf Tribünenstufen, überall liegt Plastikspielzeug und verstreutes Gepäck, alle packen und müssen los. Auch ich suche meine zwei Rucksäcke und Taschen zusammen, habe bestimmt was verloren und vergessen, so leicht wie die sind. Ich kenne den Weg nicht. Wann fährt der Zug? Reicht es noch? Ich finde Demian in einem Zelt, er hilft mir wiederwillig, muss gleich zu einer Konferenz – na klar, wenn er schon mal in Japan ist. Sein Handy besteht nur aus weißen Tasten ohne Display, wie soll das funktionieren? Ich überlege, mir ein Taxi zum Bahnhof zu nehmen, doch wie weit reicht hier mein Geld? Im Zug, fünf Plätze weiter, sehe ich Rebecca sitzen, die auch nach Hause will, ich werde ihr folgen, hänge mich an sie dran. Wo müssen wir umsteigen? Die Uhrzeiten helfen, japanische Stationsnamen sagen uns nichts – nur der ÖBB-Bahnhof, Österreich, ja klar! Sind wir im Flugzeug oder auf einem Schiff? Ich gehe einen Korridor entlang, alles hängt voller grüner Federkostüme. Drei Japanerinnen helfen mir irgendwie weiter, zum Dank verbeuge ich mich tief, sie lachen mich aus. Zurück im Hauptdeck zwei aufgeregte Comedians kurz vor Auftritt, von Bordmusik übertönt, der Scheinwerfer ist kaputt. Mareike, verantwortlich für die Technik, regt sich schrecklich auf. Wir schnappen uns alle Lampen, die wir finden können und schaffen ein Leuchten für die Situation. Frau Olschowski in der ersten Reihe bekommt einen Cocktail und steht im Rampenlicht. Hübsch spaziert sind wir ja schon, sagt sie in die Kamera. Befragt zu Körpergröße und Politik spricht sie von 12 Talianova, ein anerkennendes Raunen geht durch den Raum. Ist das eine Einheit für den Talienumfang? Und was soll der in der Kulturpolitik?

Ersatzbank

Im Traum werde ich gestyled von einer schwatzenden Dame: Eine graue Brettfrisur klebt mir am Kopf vor lauter Haarspray. Bis zum Dreh vergehen Tage in einer Büroetage, komplett umgeräumt als provisorisches Hotel und für ein zu filmendes Handballspiel. Da soll ich mitspielen? Nur auf der Ersatzbank sitzen und krank in einem Bett, sagt Laura. Sie legt mir einen Mantel als Decke auf eine Pritsche und geht. Ich hole Lio ab. Mit ihm auf den Schultern erkunde ich das Gebäude, erklimme das gläserne Treppenhaus auf spiegelglatten Stufen. Meine Hand klammert sich ans Geländer, die andere hält ihn gerade so auf mir, dass er in den Kurven nicht runterkippt. Oben piepst und blinkt ein Elektronikgeschäft. An einer Theke nehmen wir uns einen halben roten Nachtisch, der wird in der Szene gebraucht. Im Aufzug fahren wir runter zur Büroetage, die wieder Büro ist, alle sind weg. Filmdreh verpasst?

Wortschatz 3

Blablabler = Gabelstapler
Lalathek = Musik ausleihen

Gleißen

Im Traum bin ich eingeladen in einen Pod oder Pond: ein futuristischer weißer Pavillon mit Glaskuppel. Die Einladung ist ein gleißendes Buch von Hanna, das ich ganz fest halten will. In einer riesigen Fabrikhalle sammeln wir Geld für einen richtig guten Zweck, alle spenden reichlich, ich verwahre die Scheine, die über Nacht zu Spielgeld werden. Feindselige Blicke im Kreis, ich fliehe in die Fußgängerzone. Unter einem Glasdach steht einer, der seine Töchter auf Rollschuhen im Blick haben soll, stattdessen repariert er mein Ladegerät und küsst mich, ich lasse es geschehen, schließe die Augen und bin weg.

Feriencontainer

Im Traum webst du dein Skript für Maggie aus Bandnudeln, Schnittlauch und Papier. Wir radeln so nah nebeneinander, dass unsere Räder zu einem werden, ein schönes Kissen gerät zwischen meine Füße, du strampelst weiter für uns zwei. Ein alter Mann macht Akrobatik auf seinem Skateboard und strauchelt, als wir ihn überholen. Wir halten an einem frisch geputzten Feriencontainer mit weißem Teppich, fälschen dem Makler die Papiere und krümeln alles voll mit Moos aus unseren Haaren.

Bunkerhotel

Im Traum ein Stau, dem ich zu Fuß folge. An jeder Ecke halte ich an, betrete Häuser, suche was, stelle Fragen, finde Drogen, verliere sie wieder. Schließlich endet der Stau in einer Sackgasse mit Bunkerhotel. Der Rezeptionist schickt mich nach unten, ich soll mir jedes zehnte Zimmer kurz anschauen, um zu sehen, wie verschieden sie sind. Ein Labyrinth farbiger Türen in allen Winkeln, kleine Guckfenster darin.

Mittelstreifen

Im Traum sammelst du ein Salatblatt pro Mahlzeit ohne mich. Soll ich später einzeln abzeichnen, wenn sie vergammelt sind. Wir brauchen was Gemeinsames, doch ich bin in Berlin. Sarah hat eine Dose mit Kuchen dabei, mein Stück fällt auf die Straße, ich hebe es auf, puste es ab und beiße hinein, Sand zwischen Zähnen macht mir nichts, ich habe ein Kind. Eine Frau beobachtet mich amüsiert. Bunte Menschen wabern nach Mitte, die Straße, auf der wir gehen, wird zum Tunnel, am Mittelstreifen wird kampiert, auf Matten gelegen und onaniert. Wir finden ein Etablissement in einem Bunker, da stehen Schraubgläser voller brauner Pillen und Pilze, die mich interessieren. Auf dem Bett ganz in weiß liegt ein Zettel, Sechshundert Euro kostet der Trip. Wollen wir das? Im Boden steckt eine Sortiermaschine für Broschüren, Dokumente und Instrumente, die ich versehentlich schließe, sie bäumt sich auf und versinkt hinter einer Klappe. Die Betreuerin lallt, setzt immer wieder neu an mit ihren verhakten Sätzen. Hängenbleiben geht nicht, ich habe ein Kind.

Mittagsbaumel

Mein Kopf schaut dir zu, wie du uns dein Gartenbett zimmerst. Vorhin mit Familie daran vorbei spaziert. Nach Brombeerpfannkuchen jetzt Mittagsbaumel in der Hängematte, die Kunst des Reisens bei mir. Das Ende der Identität geht mir noch nach. Träume vom Vorlesen im Gartenhaus, das so nah ist, wir leben im Dorf.

Rückwärtsgang

Im Traum sitze ich im Flugzeug neben Sarah Kuttner und lande in Berlin über dem Wasser, ich drücke mir die Nase an der Scheibe platt. Das Flugzeug wird zum Bus, der fast ein Haus rammt, kunstvoll geschnitzte Holztür, dann Rückwärtsgang. Ich versuche den Traum aufzuschreiben, der Stift entgleitet meiner Hand. Es kam Post von dir mit schwarzen Punkten statt Köpfen auf Gruppenbildern, zu viele Briefe, um sie hier zu lesen, der Salon ist zu schön. Ein pinker Baum mit rosa Blüten über einem polierten Holztisch, an dem ich komme, bevor ich ihn auch nur berühre. Durch ein Fenster zum Raum nebenan sieht mich ein kleiner Mann, er umarmt seine Frau am Frühstückstisch, schenkt Tee nach und schreitet mit offenen Armen um eine Ecke zu mir, um mich herumzuführen in seinem Schloss. Eilig raffe ich meine Notizen, Schal und Mütze zusammen, will gehen, er hält mir die Tür auf, da steht Kathi mit rundem Bauch. Im Flur versperren Kinderwägen den Weg zum großen Saal, sie rollen los, verkeilen sich, die Babies wachen auf.

Champagnerhaus

Im Traum ein Tripple-Date, wir sind schon da, auch der schöne neue Freund meiner Schwester, es fehlen noch sie und unsere Eltern, die woanders diskutieren und uns warten lassen. Wir bestellen schon mal im Auto mit beschlagenen Scheiben und gehen dann doch rein ins feine Restaurant. Als die anderen kommen, wird es zur Mensa und die Speisekarte vervielfacht sich, mein Bauch bläht sich auf. Wir ziehen weiter zu einer Party oder ist es ein Festival? Ein ganzes Dorf bereit zur Umarmung. Gegründet von einem weißhaarigen Girl, das sich mich aussucht für diesen schillernden Abend in ihrem Türmchen, als die Spiele beginnen: Alle suchen sich, im Knäuel der Massen, aalen sich ineinander, ich reite einen zotteligen Wickinger zum Champagnerhaus, das neben dem Weinhaus steht. Märchennacht in Bonbonfarben. Mein Prinz, das weiß ich, hat für jede seiner Frauen Becher aufgestellt, meiner ist der größte, fantasievoll verziert. Was das bedeutet, wissen nur die anderen, sie schauen mich tadelnd an, wälzen sich vor Neid in ihren Schminksachen und erzählen woran sie im Lustrausch denken, dass ihnen das nie passiert: Leere Handtaschen.

Oktopus

In der Kirche brennt Licht, die Tür ist verschlossen, von draußen höre ich die Orgel, setze mich auf eine kalte Bank, sehe ein Schiff im Sturm, eine Flucht, einen Stummfilm in Schwarzweiß. Ich will dir alles zeigen, was ich sehe, alles teilen mit dir, alles hören, was du denkst, das ist verrückt und einfach zu viel. Warum wählst du den Oktopus? Weil er orgeln kann, die Arme überall.

Wanken

Es regnet Briefe, fünf von Hydra, fünf verteilt in der Wohnung, diese Installation hatte ich mir für dich vorgenommen, nun hast du sie für mich umgesetzt. Einfach leben, doppelt lieben, dreifach geliebt. Deine Briefe schreibst du mit meinem Stift auf mein Briefpapier. Hast kein eigenes, wieso auch? Wir sind eins. Sind wir nicht. Ein Wanken seit Tagen, wo wanken wir hin?

Vorhänge

Im Traum besuche ich Naomi in ihrem Zimmer, da ist nur eins der drei Kinder, ich sehe es nicht. Sie ist überall im Raum und telefoniert im warmen Licht. Wände mit Resten alter Malereien, Boden und Bett bedeckt mit Büchern. Ich finde ein Buch mit allen Notizen über die Kinder: Die Zwillinge möchten getrennt werden und wurden in verschiedene Kitas gebracht. Soll ich es lesen oder Naomi alles fragen, wenn sie mal aufhört zu telefonieren? Eine Frau kommt rein und sucht was, ich stehe im Weg und erschöpft in der Tür. Draußen im Park findet Naomi lange Vorhänge für die Treppen ihrer Eingangshalle, die sie an übergroße Pistazienschalen hängt und mit Draht in den perfekten Faltenwurf zwingt.

Klassenfoto

Im Traum will Christian gerade los, als ein Gewitter aufzieht, Wind zerrt an Sarahs Zelt und weht uns in eine Hütte, wo wir festsitzen, die Welt vor dem Fenster verschwindet im Sturm. Julia kauft alle Bilderbücher im Kiosk und zeigt sie Lio oben auf der Rutsche, wo sie jeden sieht. Ein Typ zeigt ihr seine Zahnspange mit Bändern, er hatte einen Unfall, sie nickt irritiert. Im Klassenfoto sitze ich eine Stuhlreihe vor dem kleinen Fabian, der nicht wissen kann, dass der Brief von mir war, er schmachtet eine andere an. Ich gehe zu ihm und lade ihn ein. Er schaut mich nicht an, sagt aber ja.

Sollbruchstelle

Im Traum besteigen wir ein Flugzeug aus Beton, mittig ist eine Sollbruchstelle eingebaut, ein leerer Raum aus Holz. Dahinter fehlen die Nummern von zig Sitzen. Wieder am Boden holen wir uns Tassen mit heißer Chili-Milch, die wir schlürfen. Frau Pavlik-Huber wird schon beim Anblick rot wie das Getränk, ihr Rock kratzt und ihre Jacke aus Filz. Wir erzählen vom Haus im Garten, du begeistert, ich resigniert. Man lässt es uns nicht lieben.

Exil

Im Traum sind wir in der Schweiz, wo das Einchecken in Züge so ganz anders funktioniert als hier. Überall laufen Schaffner herum und fragen uns, ob wir das schon einmal gemacht haben. Nein? Aha. Nur wie es geht, verraten sie uns nicht. Das erklärt uns eine Exilschweizerin mit hübschem Schal, die uns die Stadt zeigt und einen Zug nach dem anderen verpassen lässt.

Kinderschuhe

Ankunft in einem Hotel aus braunen Kellerabteilen. Der Hotelier schiebt uns die Wände der Zimmer zurecht und lacht. Erinnert sich daran, wie absurd oft ich angerufen habe, um alles abzuklären für unseren Besuch aus China: Ein Fabrikant von Schuhen, die ich bewundere. Aber nur für Kinderfüße, behauptet er. Warum passen sie mir dann? Mein Schrank ist voll davon! Er ist verwirrt und stammelt, vielleicht werden sie für Europa auch in groß hergestellt?

Gestern

Traumarchitekturen gesammelt in den Konsumtempeln von gestern.

Faltboot

Im Traum bewohnen wir ein Haus am schwarzen, dickflüssigen Meer. Wir falten uns ein Riesenplakat zum Boot, das schneller wegschwimmt, als ich den Strand aufräumen und loslassen kann.

Laune

Im Traum eine Party, das Leben in einer WG, von der ich schon 2011 gehört hatte. Nur gute Laune und Lust die ganze Zeit! Und Zwangsneurosen, man kennt sich. Sie zeigen mir das Bad, das ich kaum sehe vor lauter Büchern im Studierzimmer aus dunklem Holz, in dem alle ein eigenes Schreibtischchen haben. Im Bad steht eine Reihe englischer Waschmaschinen aus buntem Plastik (sehen aus wie Boxen zum Transport von Hunden oder anderen Haustieren), die am besten funktionieren, wenn die Wäsche drei Tage darin liegen bleibt und dann muffig ganz eng auf Stangen gewickelt wird. Versehentlich wird Glitzer durch den Raum auf die Kunst und alles geföhnt. Demian huscht durch die Räume und verschwindet wieder, so mache ich es auch. Am Telefon will ich Sarah alles erzählen, doch es klingelt und jemand kommt im Halbdunkel auf Knien herein, vielleicht Laurenz, er schmiegt sich an mich und ich mich an ihn, was ihn überrascht. Wir legen uns auf die Sofalandschaft im Wintergarten mit Blick auf ein schiefes Haus am Hang. Ich zeige ihm alles: Die Pools mit den schönen Frauen in absichtlich verrutschten Bikinis, das Buffet unter der Glaskuppel und die schummrige Bar, wo alle so tun, als würden sie mich kennen, als gehörten wir selbstverständlich dazu.

… während Jakob von schwebenden Steinen aus Kratern, abstürzenden Flugzeugen und Experimentiercamps von Aliens träumt. Medienunterhaltung zur Verdummung der Untersuchungsobjekte und Rebellion durch Vorspielen falscher Traditionen und Fälschung von Stuhlproben mit Zigarettenstummeln und frischem Obst.

Tanzen

Ich habe ein Loch in der Zeit entdeckt: Eine Verbindung durch das große Vergessen in jenen Winter, in dem wir tanzten und uns kurz küssten. Zu kurz! Tanzen wir weiter?

»Ich werde Ihnen eine Bestätigung der Eskalation senden.«

Äpfel

Marion schenkt uns einen Beutel voller perfekter Äpfel, darauf steht: Heartbreakhotel.

Gekämmt

Man macht das Bett, kämmt sich und tut so, als wäre alles in Ordnung. Ist es nicht, nach so einer Nacht. Jetzt in der Zacke, die Sonne erklimmt die Ränder des Kessels und leuchtet. Wie schön ist eigentlich diese Stadt von oben!

Zerzaust

Auf der Bühne im Literaturhaus steht Corinna, verkleidet als Geschäftsmann, sie lästert gekonnt, wie ihr lang und breit erzählt wurde, was mir alles passiert. Pointe: Interessiert keinen. Um sie herum installieren zerzauste Studentinnen eine Wand als analoge Dropbox: leere Flaschenkisten, die das Publikum im Laufe des Abends füllen soll.

Meeresfrüchte

4:13 Uhr, dem Traum verpflichtet, den mir Lios unaufhörliches Weinen freilegt. Im Traum wohnt Marion nur zwei Häuser von unserem entfernt im Paradies mit warmen Pools unter Palmen, Buffets und Obst überall. Lio wird uns dort schreiend abgeliefert, er hört nicht mehr auf. Marion hatte gerade angefangen, sich uns anzunähern, ich zögere noch, dann quengelt Maila und wir kochen doch, Meeresfrüchte oder so. Beim Spaziergang durchs Dorf höre ich zwei Passantinnen über die 4D-Oper sprechen, mir wird schon vom Teaser schlecht: Ungefragt werde ich in immer noch unfassbarere Höhen katapultiert und wieder fallengelassen, und schnell wieder hoch, ich sehe über die Berge die Alpen, und wieder freier Fall, mein Bauch rebelliert. Zurück im Paradies wate ich durch einen Teich, der immer tiefer wird, ich trage eine geborgte Hose aus Leder, die trocken bleibt und am Tisch von so Outdoortypen bewundert wird. Wäre sie meine, würde ich sie den ganzen Urlaub tragen. Auf dem Tisch stehen Heidelbeeren, mit denen wir uns bewerfen, zur spontanen Wiederaufführung unserer Baum-Installation. Lio weint noch immer, wir können nicht mehr. Jakob gibt auf und geht mit ihm raus.